Schlafmangel schwächt das Gedächtnis
Schlafmangel schwächt das Gedächtnis, Foto: Pixabay

Eine Studie aus den USA zeigt, dass Menschen mit dauerhafter Schlaflosigkeit ein deutlich höheres Risiko für Demenz und kognitive Einschränkungen haben. Die Ergebnisse stützen sich auf Daten von 2750 Personen, die über 5,6 Jahre hinweg beobachtet wurden.

Inhaltsverzeichnis:

Schlaf und seine Funktionen

Schlaf ist für den menschlichen Körper unverzichtbar. Während der Non-REM-Phase sinken Puls, Blutdruck und Atmung. Das Gehirn fährt seine Aktivität herunter. In der REM-Phase steigt dagegen die Hirnaktivität, Träume treten auf, Herzschlag und Atemfrequenz nehmen zu. Beide Phasen sichern die Regeneration von Zellen, Gedächtnis und Konzentration.

In Deutschland berichten rund 80 Prozent der Berufstätigen regelmäßig von Ein- oder Durchschlafproblemen. Vorübergehende Schlafdefizite führen meist zu Konzentrationsschwächen. Langanhaltender Schlafmangel kann jedoch ernsthafte Schäden hervorrufen und die Schmerzverarbeitung des Gehirns stören.

Schlaf ist für den menschlichen Körper unverzichtbar
Schlaf ist für den menschlichen Körper unverzichtbar, Foto: Pixabay

Diego Carvalho und die Mayo Clinic

Forscher um Diego Carvalho von der Mayo Clinic in Rochester untersuchten die Entwicklung des Gehirns von 2750 Menschen. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 70 Jahre alt und zu Beginn frei von kognitiven Erkrankungen. Die Beobachtungszeit betrug 5,6 Jahre.

16 Prozent litten an chronischer Insomnie. Diese Gruppe schlief seit mindestens drei Monaten an drei oder mehr Tagen pro Woche schlecht. Die übrigen Personen hatten einen gesunden Schlafrhythmus. Die Wissenschaftler führten über die Jahre Denk- und Gedächtnistests durch, um die Veränderungen zu erfassen.

Ergebnisse der Langzeitstudie

  • 14 Prozent der Teilnehmer mit Insomnie entwickelten eine kognitive Beeinträchtigung oder Demenz.
  • 10 Prozent der Teilnehmer ohne Schlafstörung waren betroffen.
  • Die Betroffenen mit Schlafproblemen zeigten schlechtere Ergebnisse bei Gedächtnisprüfungen.

Das Risiko für Demenz oder andere kognitive Einschränkungen lag bei Menschen mit Insomnie um 40 Prozent höher. Diese Einbußen entsprechen einer beschleunigten Alterung des Gehirns um etwa 3,5 Jahre.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Carvalho betont, dass Schlaflosigkeit nicht nur den Alltag beeinflusst. Über Jahre hinweg verändert sie auch das Gehirn. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass chronische Insomnie als Frühwarnzeichen für Demenz oder als Risikofaktor gelten könnte.

Die Studie zeigt klar, dass ausreichender und erholsamer Schlaf ein entscheidender Faktor für den Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit ist.

 Quelle: Stuttgarter Zeitung, YouTube, Stiftung Gesundheitswissen