Wer dauerhaft unter Rücken-, Knie- oder Schulterbeschwerden leidet, findet in Schmerzmitteln oder Operationen nur selten eine langfristige Lösung. Eine groß angelegte Untersuchung der Universität von Arizona zeigt, dass chronische Schmerzen häufig mit einem Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen verknüpft sind. Die Ergebnisse liefern neue Ansätze für Diagnose und Behandlung.
Inhaltsverzeichnis:
- Mikronährstoffe bei Patienten der Universität von Arizona
- Aussagen von Julie Pilitsis und neue Behandlungswege
- Überraschende Ergebnisse bei asiatischen Frauen
- Lebensmittel zur gezielten Versorgung
- Mehr Lebensqualität durch richtige Ernährung
Mikronährstoffe bei Patienten der Universität von Arizona
Die Studie stützt sich auf mehr als 10.000 Blutanalysen. Untersucht wurden sowohl gesunde Menschen als auch Personen mit leichten bis sehr starken Schmerzen. Die Forscher stellten fest, dass bei Betroffenen mit chronischen Beschwerden bestimmte Mikronährstoffe signifikant häufiger fehlten.
Besonders auffällig waren Defizite bei:
- Vitamin D
- Vitamin B12
- Folsäure (Vitamin B9)
- Magnesium
- Vitamin C
Selbst bei Patienten mit geringen Beschwerden wurden häufiger Mängel gemessen als in der gesunden Vergleichsgruppe. Bei sehr starken Schmerzen traten Defizite oft gleichzeitig auf. Am häufigsten fehlte Vitamin D, gefolgt von Folsäure und Magnesium. Männer mit chronischen Schmerzen zeigten zudem vermehrt einen Mangel an Vitamin C.
Aussagen von Julie Pilitsis und neue Behandlungswege
Studienautorin Julie Pilitsis betont, dass chronische Schmerzen nicht allein durch Röntgen oder MRT erklärt werden können. Viele Patienten leiden unter Beschwerden, ohne dass eine klare Diagnose gestellt wird. Daher empfehlen die Forscher, Blutwerte routinemäßig in die Untersuchung einzubeziehen.
Der klassische Ansatz setzt auf Medikamente oder chirurgische Eingriffe. Die Forscher plädieren nun dafür, Nährstoffe als festen Bestandteil der Schmerztherapie zu berücksichtigen. Ein Mangel sei leichter zu behandeln als ein operativer Eingriff und könne Beschwerden oft wirksam lindern.
Überraschende Ergebnisse bei asiatischen Frauen
Ein Detail der Untersuchung zeigt, dass asiatische Frauen mit starken Schmerzen im Schnitt die höchsten Vitamin-B12-Werte aller Teilnehmer hatten. Dieser Befund widersprach den Erwartungen der Forscher. Mitautorin Deborah Morris betonte, dass individuelle Faktoren wie Ernährung, Stoffwechsel oder kulturelle Unterschiede berücksichtigt werden müssen.
Die Daten verdeutlichen, dass Standardwerte nur eingeschränkt nutzbar sind. Einzelne Gruppen zeigen abweichende Ergebnisse, die nicht ohne Weiteres verallgemeinert werden können.
Lebensmittel zur gezielten Versorgung
Ein einfacher Bluttest genügt, um Defizite aufzudecken. Viele Mängel lassen sich mit alltäglichen Lebensmitteln ausgleichen. Besonders im Winter ist eine gezielte Aufnahme wichtig.
Empfohlene Nahrungsquellen:
- Vitamin D: Enthalten in Lachs, Hering und Makrele. Ergänzungen können sinnvoll sein.
- Folsäure (Vitamin B9): Reichlich vorhanden in Spinat, Grünkohl, Feldsalat und Rucola.
- Vitamin B12: Vorkommend in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten. Veganer sollten Präparate nutzen.
- Magnesium: In Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und grünem Gemüse. Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt ist ebenfalls nützlich.
Eine ausreichende Versorgung führt dazu, dass Patienten weniger Schmerzmittel benötigen. Dadurch verringert sich das Risiko einer Abhängigkeit.
Mehr Lebensqualität durch richtige Ernährung
Deborah Morris fasst das Ziel der Forschung klar zusammen: Eine bessere Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen soll die Lebensqualität erhöhen und die Einnahme von Schmerzmitteln reduzieren. Viele Betroffene profitieren bereits von kleinen Anpassungen.
Die Untersuchung aus Arizona zeigt, dass chronische Schmerzen nicht nur medizinisch, sondern auch ernährungsphysiologisch betrachtet werden müssen. Gezielte Bluttests und die richtige Ernährung können entscheidend zur Linderung beitragen.
Quelle: FOCUS, YouTube