Damit Kleidung möglichst lange Farbe und Form behält, sind vor allem das Pflegeetikett, eine passende Waschtemperatur, das richtige Waschmittel und eine schonende Trocknung entscheidend. Häufiges Waschen, hohe Temperaturen, starke mechanische Belastung und ungeeignete Trocknung können Stoffe schneller beanspruchen.
Inhaltsverzeichnis
- Pflegeetikett von GINETEX richtig lesen
- Waschmaschine und Colorwaschmittel richtig einsetzen
- Wolle, Viskose und feine Stoffe in Form halten
- Wäschetrockner und Lufttrocknung richtig wählen
- Flecken und mechanische Belastung reduzieren
- Kleidung im Kleiderschrank richtig lagern
- FAQ
Pflegeetikett von GINETEX bestimmt die Belastungsgrenze
Der erste Blick sollte deshalb vor jedem Waschgang auf die Pflegekennzeichnung gehen. GINETEX GERMANY weist darauf hin, dass die Symbole die maximal zulässige Behandlung eines Textils angeben. Wer die Zeichen nicht sicher unterscheiden kann, findet eine ausführliche Erklärung dazu bei den Pflegesymbolen auf Kleidung. Für den Erhalt kräftiger Farben spielt außerdem die Wahl zwischen Voll- und Colorwaschmittel eine wichtige Rolle.
Farbige Kleidung sollte in vielen Fällen mit Colorwaschmittel gewaschen werden, weil Vollwaschmittel Bleichmittel enthalten können, die Farben mit der Zeit aufhellen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt zugleich niedrige Temperaturen und eine passende Dosierung. Wer bereits beim Kauf auf Material, Verarbeitung und Nähte achtet, kann zusätzlich die Qualität von Kleidung besser einschätzen.
Die international verwendeten Pflegezeichen folgen einer festen Reihenfolge. Sie informieren über Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln und professionelle Textilpflege. Nach Angaben von GINETEX GERMANY sind die Symbole international nach ISO 3758 standardisiert.
Die Temperatur im Waschbottich ist keine Empfehlung, möglichst heiß zu waschen, sondern die höchste zulässige Waschtemperatur für das betreffende Kleidungsstück. Ein Balken unter dem Waschsymbol steht für eine mildere Behandlung mit reduzierter mechanischer Belastung. Zwei Balken kennzeichnen eine besonders schonende Behandlung, wie sie beispielsweise bei empfindlicher Wollwäsche erforderlich sein kann.
Das Material allein reicht nicht immer aus, um die richtige Pflege abzuleiten. Färbung, Druck, Ausrüstung, Verarbeitung und zusätzliche Bestandteile eines Kleidungsstücks können die zulässige Behandlung beeinflussen. Deshalb sollte das Pflegeetikett Vorrang vor allgemeinen Faustregeln haben. Eine ausführliche Übersicht zur praktischen Behandlung verschiedener Materialien bietet auch der Beitrag über das Waschen feiner Stoffe.
- Pflegeetikett vor dem ersten Waschen kontrollieren.
- Die angegebene Höchsttemperatur nicht überschreiten.
- Balken unter dem Waschsymbol als Hinweis auf eine schonende Behandlung beachten.
- Hinweise zum Trocknen und Bügeln genauso ernst nehmen wie das Waschsymbol.
- Empfindliche Kleidungsstücke nicht automatisch zusammen mit robuster Baumwollwäsche behandeln.
Waschmaschine und Colorwaschmittel schützen kräftige Farben
Das Umweltbundesamt empfiehlt für leicht und normal verschmutzte Buntwäsche häufig Waschtemperaturen von 20 bis 30 Grad Celsius. Weiße Wäsche wird nach Angaben der Behörde in vielen Fällen bereits bei 40 Grad sauber. Voraussetzung bleibt immer, dass das Pflegeetikett die gewählte Behandlung erlaubt.
Niedrigere Temperaturen können nicht nur Energie sparen, sondern reduzieren bei geeigneten Textilien auch eine unnötig starke thermische Belastung. Gleichzeitig sollte die Waschmaschine bei normaler Koch- und Buntwäsche sinnvoll ausgelastet werden. Für Pflegeleicht-, Fein- und Wollprogramme gelten geringere Beladungsmengen, weil die Textilien mehr Bewegungsraum benötigen.
Welche Pflege passt zu Ihrer Kleidung?
Wählen Sie aus, was Sie gerade waschen möchten. Sie erhalten sofort die wichtigsten Punkte für Farbe und Form.
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Bei farbiger Alltagswäsche empfiehlt das Umweltbundesamt Colorwaschmittel statt Vollwaschmittel. Die Verbraucherzentrale erklärt den Unterschied mit der Zusammensetzung. Vollwaschmittel können Bleichmittel und optische Aufheller enthalten. Bei bunten Stoffen sind diese Bestandteile normalerweise nicht erforderlich.
Auch eine Überdosierung verbessert das Waschergebnis nicht automatisch. Die richtige Menge hängt unter anderem von der Wäschemenge, dem Verschmutzungsgrad und der örtlichen Wasserhärte ab. Die Angaben des Waschmittelherstellers liefern dafür die entscheidende Orientierung. Weitere praktische Grundlagen stehen im Ratgeber zum Waschen ohne Schäden an der Kleidung.
| Wäscheart | Geeignete Orientierung | Wichtig für Farbe und Form |
|---|---|---|
| Bunte Alltagswäsche | Pflegeetikett beachten, häufig niedrige Temperaturen möglich | Colorwaschmittel verwenden und helle sowie dunkle Farben sinnvoll trennen |
| Weiße Baumwollwäsche | Temperatur nach Kennzeichnung und Verschmutzung wählen | Geeignetes Vollwaschmittel kann sinnvoll sein |
| Pflegeleichte Textilien | Schonendes Programm und reduzierte Beladung | Mechanische Belastung und starkes Schleudern reduzieren |
| Wolle und Feinwäsche | Woll- oder Feinprogramm nach Pflegeetikett | Wenig Wäsche einfüllen und geeignetes Waschmittel wählen |
Waschgang in fünf Schritten vorbereiten
- Pflegeetiketten kontrollieren und empfindliche Teile aussortieren.
- Weiße, helle und dunkle Textilien sinnvoll voneinander trennen.
- Reißverschlüsse schließen und empfindliche Drucke nach Möglichkeit auf links drehen.
- Waschmittel nach Wasserhärte, Wäschemenge und Verschmutzung dosieren.
- Das passende Programm wählen und die maximal erlaubte Temperatur nicht überschreiten.
Wolle, Viskose und feine Stoffe brauchen weniger Mechanik
Empfindliche Materialien reagieren besonders deutlich auf Reibung, Zug und hohe Temperaturen. Bei Wolle kann starke mechanische Belastung zum Verfilzen beitragen. GINETEX empfiehlt bei entsprechend gekennzeichneter Wollwäsche deshalb Programme mit stark reduzierter Mechanik und geringer Beladung.
Bei Handwäsche sollte Wolle nicht kräftig gerieben, gezerrt oder ausgewrungen werden. Das Wasser wird besser vorsichtig ausgedrückt. Danach lässt sich das Kleidungsstück in seine ursprüngliche Form bringen.
Gerade bei Pullovern ist die Behandlung unmittelbar nach dem Waschen entscheidend, weil nasses Material durch sein Eigengewicht leichter aus der Form gezogen werden kann. GINETEX nennt liegendes Trocknen ausdrücklich als geeignete Methode für bestimmte Wollartikel.
Auch Viskose und einige synthetische Fasern werden in den GINETEX-Empfehlungen je nach Kennzeichnung mit Pflegeleichtprogrammen und reduzierter Beladung verbunden. Entscheidend bleibt das konkrete Etikett des Kleidungsstücks. Wer Pullover bereits passend zu Material und Tragegefühl auswählt, findet zusätzliche Hinweise beim Thema Pullover richtig auswählen.
Wäschetrockner und Lufttrocknung entscheiden über die Form
Nach dem Waschen beginnt ein zweiter kritischer Abschnitt. Nicht jedes Kleidungsstück darf in den Wäschetrockner. Das Quadrat mit Kreis kennzeichnet die maschinelle Trocknung. Punkte innerhalb des Symbols zeigen nach dem GINETEX-System die zulässige thermische Belastung an.
Ein durchgestrichenes Trocknersymbol bedeutet, dass das Kleidungsstück nicht im Wäschetrockner getrocknet werden darf. Bei bestimmten Baumwollgewirken kann Hitze Schrumpfung begünstigen. Wolle kann verfilzen. Seide und manche synthetischen Fasern können ebenfalls empfindlich auf Wärme reagieren.
GINETEX unterscheidet außerdem verschiedene Arten der natürlichen Trocknung. Kleidungsstücke können auf der Leine, tropfnass, liegend oder im Schatten getrocknet werden. Ein diagonaler Strich im Trocknungssymbol weist auf Trocknung ohne direkte Sonneneinstrahlung hin.
Das ist für kräftig gefärbte Textilien besonders relevant. Intensive Sonne kann Farben beeinflussen. Ist Trocknen im Schatten vorgeschrieben, sollte dieser Hinweis deshalb eingehalten werden.
| Situation | Geeignete Behandlung | Typisches Risiko bei falscher Pflege |
|---|---|---|
| Wollpullover | Nach Kennzeichnung häufig liegend trocknen | Verziehen oder Verfilzen |
| Nicht lichtechte Textilien | Bei entsprechender Kennzeichnung im Schatten trocknen | Veränderung der Farbe |
| Trocknergeeignete Alltagswäsche | Temperaturstufe nach Symbol wählen | Zu starke Wärmebelastung |
| Empfindliche Oberteile | Form vor dem Trocknen vorsichtig korrigieren | Ausgeleierte Säume und verzogene Partien |
Flecken sollten nicht mit immer heißerer Wäsche bekämpft werden
Ein Fleck ist kein automatischer Grund für eine höhere Waschtemperatur. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Verschmutzungen möglichst nicht eintrocknen zu lassen. Je nach Fleckenart kann eine geeignete Vorbehandlung sinnvoller sein als ein besonders heißer Waschgang.
Wer einen einzelnen Fleck gezielt behandelt, kann unnötige Komplettwäschen und zusätzliche Belastung für das gesamte Kleidungsstück vermeiden. Auch GINETEX empfiehlt im Rahmen seiner Clevercare-Hinweise, Kleidung nicht unnötig häufig zu waschen und einzelne Flecken gegebenenfalls separat zu behandeln.
Was braucht das Kleidungsstück jetzt?
SCHRITT 1
Nur getragen?
Keine sichtbaren Flecken und kein starker Geruch? Häufig reicht zunächst gründliches Lüften.
SCHRITT 2
Ein einzelner Fleck?
Fleck gezielt und materialgerecht behandeln. Nicht automatisch das gesamte Kleidungsstück heiß waschen.
SCHRITT 3
Waschen nötig?
Pflegeetikett prüfen, Farben sortieren, geeignetes Waschmittel dosieren und das passende Programm wählen.
SCHRITT 4
Richtig trocknen
Trocknersymbol beachten. Empfindliche Strickwaren bei entsprechender Kennzeichnung liegend trocknen.
Merksatz Je weniger unnötige Hitze, Reibung und Waschgänge, desto geringer ist die Belastung für Farben und Fasern.
Bei unbekannten Flecken ist Vorsicht wichtig. Starkes Reiben kann die Oberfläche verändern. Farbige Stoffe können zudem empfindlich auf bestimmte Fleckenmittel reagieren. Hinweise des Produktherstellers und das Pflegeetikett sollten deshalb gemeinsam berücksichtigt werden. Ausführlichere Informationen bietet der Ratgeber zum sicheren Entfernen von Flecken.
- Flecken möglichst früh behandeln.
- Material und Pflegekennzeichnung vorher prüfen.
- Keine höhere Waschtemperatur wählen, als das Etikett erlaubt.
- Empfindliche Oberflächen nicht kräftig scheuern.
- Fleckenmittel nur entsprechend den Herstellerangaben verwenden.
Kleiderschrank und Lagerung können Kleidung ebenfalls verziehen
Pflege endet nicht an der Waschmaschine. Auch die Lagerung beeinflusst, wie ein Kleidungsstück nach mehreren Monaten aussieht. Schwere Strickwaren können sich auf einem ungeeigneten Bügel durch ihr Eigengewicht verlängern oder an den Schultern ausbeulen. Solche Teile lassen sich häufig besser gefaltet lagern.
Hemden, Blusen, Jacken und andere formstabile Kleidungsstücke können dagegen auf geeigneten Bügeln aufbewahrt werden. Wichtig ist ausreichend Platz. Ein stark überfüllter Schrank fördert Falten und macht es schwieriger, Kleidung nach dem Tragen auszulüften.
Nicht jedes getragene Kleidungsstück muss sofort gewaschen werden. Die Verbraucherzentrale und GINETEX nennen Lüften als Möglichkeit, wenn Kleidung weder sichtbar verschmutzt ist noch aus hygienischen Gründen gewaschen werden muss. Weniger unnötige Waschgänge bedeuten zugleich weniger mechanische und thermische Belastung.
Vor längerer Lagerung sollte Kleidung sauber und vollständig trocken sein. Feuchte Textilien gehören nicht in geschlossene Schränke oder Aufbewahrungsboxen. Saisonkleidung lässt sich außerdem so verstauen, dass schwere Teile nicht auf empfindliche Materialien drücken.
Auch das Bügeln kann Oberflächen verändern
Die Punkte im Bügeleisensymbol geben die zulässige Temperatur an. GINETEX weist bei bestimmten empfindlichen oder bedruckten Textilien darauf hin, dass Bügeln auf der Rückseite oder mit einem geeigneten Zwischentuch sinnvoll sein kann. Manche Textilien dürfen nicht mit Dampf behandelt werden.
Zu hohe Temperatur kann sichtbare Veränderungen verursachen. Deshalb sollte das Bügeleisen nicht nach Gewohnheit eingestellt werden. Maßgeblich ist wieder die Kennzeichnung des einzelnen Kleidungsstücks.
Pflegesymbole richtig lesen und Kleidung schonend behandeln
Das Video erklärt anschaulich, was die wichtigsten Pflegesymbole auf Kleidung bedeuten und worauf beim Waschen, Trocknen und Bügeln geachtet werden sollte.
Das Video zeigt, wie sich Pflegezeichen richtig deuten lassen und welche Einstellungen beim Waschen, Trocknen und Bügeln für verschiedene Textilien geeignet sind. Quelle: bett1.de Infoportal.
Film: YouTube / Kanal bett1.de
FAQ
Sollte bunte Kleidung grundsätzlich bei 30 Grad gewaschen werden?
Nicht grundsätzlich. Das Pflegeetikett entscheidet über die maximal zulässige Behandlung. Für leicht und normal verschmutzte Buntwäsche reichen nach Angaben des Umweltbundesamtes häufig 20 bis 30 Grad Celsius aus.
Welches Waschmittel schont bunte Kleidung?
Für farbige Textilien empfiehlt das Umweltbundesamt Colorwaschmittel. Vollwaschmittel können Bleichmittel und optische Aufheller enthalten, die für Buntwäsche normalerweise nicht benötigt werden.
Warum verliert ein Pullover nach dem Waschen seine Form?
Mögliche Ursachen sind zu starke mechanische Belastung, eine ungeeignete Temperatur, kräftiges Auswringen oder falsches Trocknen. Bei empfindlicher Wolle kann je nach Pflegekennzeichnung liegendes Trocknen erforderlich sein.
Muss Kleidung nach jedem Tragen gewaschen werden?
Nein. Ist ein Kleidungsstück nicht sichtbar verschmutzt und bestehen keine besonderen hygienischen Anforderungen, kann Lüften in vielen Fällen ausreichen. Darauf weisen sowohl GINETEX als auch die Verbraucherzentrale hin.
Kann Kleidung in direkter Sonne trocknen?
Das hängt von der Pflegekennzeichnung ab. GINETEX verwendet eigene Symbole für die Trocknung im Schatten. Besonders bei nicht lichtechten Textilien sollte dieser Hinweis beachtet werden.
Wie lässt sich Wolle beim Waschen schützen?
Das Pflegeetikett sollte ein geeignetes Waschverfahren erlauben. Woll- oder Feinprogramme arbeiten mit reduzierter Mechanik. Bei Handwäsche sollte Wolle nicht gerieben, gezerrt oder ausgewrungen werden.
Wichtigste Punkte zum Merken
- Das Pflegeetikett legt die maximal zulässige Behandlung fest.
- Niedrige Waschtemperaturen reichen bei normal verschmutzter Buntwäsche häufig aus.
- Colorwaschmittel ist für farbige Textilien meist geeigneter als Vollwaschmittel.
- Waschmittel sollte nach Wasserhärte, Wäschemenge und Verschmutzung dosiert werden.
- Wolle und Feinwäsche benötigen weniger mechanische Belastung.
- Nicht jedes Kleidungsstück darf in den Wäschetrockner.
- Empfindliche Strickwaren können durch liegendes Trocknen ihre Form besser behalten.
- Lüften kann bei sauberer Kleidung einen unnötigen Waschgang ersetzen.
- Flecken sollten möglichst früh und materialgerecht behandelt werden.
Kleidung behält Farbe und Form am längsten, wenn Pflegeetikett, Temperatur, Waschmittel, Waschprogramm und Trocknung aufeinander abgestimmt werden. Für farbige Alltagswäsche reichen häufig niedrige Temperaturen und ein Colorwaschmittel. Empfindliche Materialien benötigen zusätzlich weniger Reibung und eine passende Trocknung. Besonders bei Wolle, feinen Stoffen und nicht lichtechten Farben entscheidet die Pflegekennzeichnung über die zulässige Behandlung.
Wer diese Regeln dauerhaft berücksichtigt, muss seine Garderobe nicht kompliziert behandeln. Entscheidend sind wenige Schritte vor jedem Waschgang. Sortieren, Etikett prüfen, Programm auswählen, Waschmittel passend dosieren und anschließend richtig trocknen. Damit sinkt das Risiko, dass Farben unnötig verblassen oder Kleidungsstücke ihre ursprüngliche Passform verlieren.
Quelle: GINETEX GERMANY, Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale, FORUM WASCHEN.